Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler

Im ersten Moment erscheint eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler unsinnig. Sie haben weder einen Beruf, noch ein abzusicherndes Einkommen. Und als Auszubildende oder Studenten eines risikoarmen Berufs bzw. Studiengangs werden sie später von vielen Gesellschaften in eine deutlich günstigere Berufsgruppe eingestuft. Dadurch ist der BU-Schutz beispielsweise selbst für einen 18-jährigen Bürokaufmann-Azubi deutlich preiswerter als für einen 16-jährigen Schüler – vorausgesetzt der Azubi bleibt bis zum Vertragsabschluss gesund. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Wichtige Gründe, seine Berufsunfähigkeitsversicherung schon als Schüler zu beantragen.

Schüler beim Lernen
  1. Die statistische Wahrscheinlichkeit, schon während der Schulzeit berufsunfähig zu werden, ist glücklicherweise gering. Aber einen von Berufsunfähigkeit betroffenen Schüler hilft diese Statistik nicht. Im Falle einer langwierigen oder dauerhaften Berufsunfähigkeit ist er finanziell auf die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente angewiesen.
  2. Auch Jugendliche werden krank. Deswegen sind sie zwar nicht gleich berufs- oder schulunfähig. Aber mit bereits erlittenen Vorerkrankungen wird es immer schwieriger, eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse abzuschließen.
  3. Einzelne Versicherungsgesellschaften stufen Schüler relativ günstig ein und halten die bei Vertragsabschluss vorgenommene Berufsgruppeneinstufung dauerhaft aufrecht. Dort ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler insbesondere dann clever, wenn nach dem Schulabschluss ein risikobehafteter Beruf erlernt oder ein als risikoreich eingestuftes Studium (zum Beispiel Lehramt, Musik, Kunst) begonnen wird.

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist der rechtzeitige Abschluss wichtig.

Der Beitrag für den BU-Schutz eines Schülers ist unter anderem auch abhängig

  • vom Alter des Schülers und der besuchten Schule (beispielsweise Hauptschule, Realschule oder Gymnasium) zum Zeitpunkt der Antragstellung,
  • von Freizeitrisiken und
  • eventuell bereits erlittenen Vorerkrankungen.

Manche beitragserhöhende Risiken sind absehbar. Bevor Sie Ihr Kind zu einem Drachenfliegen-Grundlehrgang anmelden oder ihm ein Kiteboard schenken, sollten Sie zumindest an eine kleine Berufsunfähigkeitsversicherung denken, um einen späteren Risikozuschlag zu vermeiden.

Nicht vorhersehbar sind dagegen Erkrankungen. Diese werden meist nicht zu einer unmittelbaren Berufsunfähigkeit führen. Aber sie müssen bei der Antragstellung angegeben werden und können Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse zur Folge haben. Im Extremfall kann eine Vorerkrankung sogar zur Ablehnung des BU-Antrags führen.

Laut einer Studie der DAK führt der aktuelle Schulstress bei 43 Prozent der Schüler zu Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Doch mit solch einer Diagnose wird es schwer bis unmöglich, eine BU-Versicherung zu Normalkonditionen zu bekommen. Deshalb ist der frühzeitige Abschluss – also noch vor Eintritt derartiger Erkrankungen – für alle Schüler wichtig.

Schüler mit handwerklichem Berufsziel müssen rechtzeitig handeln.

Besonders wichtig ist der Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler, die nach Beendigung der Schulzeit einen handwerklichen oder körperlich anstrengenden Beruf erlernen wollen. Dann ist eine Schüler-BU die wahrscheinlich letzte Möglichkeit für einen dauerhaft bezahlbaren BU-Schutz. Grund hierfür ist die Rosinenpickerei der Versicherer. Diese haben in den letzten Jahren immer mehr Berufsgruppen eingeführt und so die Beiträge für Akademiker und Büroangestellte reduziert – für die risikoreicheren Berufe aber drastisch erhöht. Besonders betroffen davon sind beispielsweise:

  • Bauarbeiter (z.B. Baumaschinenführer, Betonbauer, Fensterbauer, Fliesenleger, Isolierer, Straßenbauer)
  • Pflegepersonal (z.B. Krankenschwestern, OP-Pfleger, Seniorenpfleger)
  • Handwerker (z.B. Bäcker, Brauer, Elektriker, Fleischer, Floristen, Friseure, Glaser, Köche, Lackierer, Maler, Schlosser, Tischler)
  • aber auch Berufskraftfahrer, Gastwirte, Kellner, Land- und Tierwirte, Waldarbeiter

und auch die Auszubildenden in diesen Berufen.

Erschwerend kommt hinzu, dass diesen Berufstätigen der BU-Schutz häufig nur bis zum 55. oder 60. Lebensjahr angeboten wird. Damit wären dann aber die Jahre mit dem größten Risiko einer Berufsunfähigkeit vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Deshalb müssen Eltern, deren Kinder die Schule bald verlassen und einen risikoreicheren Beruf erlernen wollen, rechtzeitig handeln. Wir beraten Sie gern, wie Sie schon mit einer kleinen BU-Rente die günstigere Berufsgruppeneinstufung für die gesamte Versicherungsdauer sowie für zukünftige Erhöhungen im Rahmen der Nachversicherungsgarantie sichern. Aber Sie sollten sich idealerweise noch vor Abschluss des Ausbildungsvertrags bei uns melden.

Worauf sollten Sie bei einer „Schüler-BU“ achten?

Nicht jeder BU-Tarif bietet während der Schulzeit vollwertigen BU-Schutz. Und selbst manche, sogenannte Schüler-BU fordert eine Nachmeldung bei Beginn der ersten Berufsausbildung oder Berufsausübung, um danach die Beiträge erhöhen zu können. Nur wenige Versicherer bieten eine gute und preiswerte Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler an. In den Versicherungsbedingungen der „LV 1871“ ist dies beispielsweise sehr vorbildlich dargestellt:

Berufsunfähigkeit bei Schülern liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen zu mindestens 50 Prozent außerstande ist beziehungsweise sechs Monate außerstande war, am regulären Schulunterricht, so wie er zuletzt ohne gesundheitliche Beeinträchtigung stattgefunden hat, teilzunehmen.
...
Der Grad der Berufsunfähigkeit hängt ab von der Schulform und der konkret vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigung. Dabei berücksichtigen wir auch, wie das Schulgebäude ausgestattet ist. Wir verzichten auf die Möglichkeit der Verweisung auf eine andere Schulform (Verzicht auf konkrete und abstrakte Verweisung).

Wichtig ist aber auch, dass

  • der Versicherer bei der angebotenen Berufsunfähigkeitsversicherung Schüler günstiger einstuft, als den angestrebten Ausbildungsberuf,
  • ein Berufswechsel der versicherten Person (also z.B.: Schüler -> Bäcker-Azubi -> Bäcker) nicht gemeldet werden muss und damit der Beitrag auch nach dem Wechsel in eine risikoreichere Tätigkeit unverändert bleibt,
  • der Tarif darüber hinaus auch während und nach der Ausbildung sehr gute Versicherungsbedingungen bietet,
  • der Versicherer im Rahmen seiner Nachversicherungsgarantie zumindest zu bestimmten Anlässen (z.B. bei Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit nach der Berufsausbildung, bei Heirat oder bei Geburt eines Kindes) eine Erhöhung der versicherten BU-Rente erlaubt und
  • bei dieser Nachversicherung nicht nur auf eine erneute Gesundheitsprüfung, sondern grundsätzlich auf eine erneute Risikoprüfung (also auch auf die Prüfung eines risikoreicheren Berufs und eines risikobehafteten Hobbys) verzichtet wird.

Die maximal versicherbare Rente liegt bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler je nach Anbieter zwischen 1.000 und 1.500 € monatlich. Doch mit einer guten Nachversicherungsgarantie kann man auch mit einer kleineren  – auf Dauer natürlich viel zu geringen – BU-Rente beginnen und diese später erhöhen, ohne einen Risikozuschlag oder eine ungünstigere Berufsgruppeneinstufung befürchten zu müssen.

Beiträge zur BU-Versicherung für Schüler und Auszubildende

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung eines 16-jährigen Schülers bei einer monatlichen BU-Rente in Höhe von 1.000 € und einer Versicherungs- und Leistungsdauer bis zum 65. Lebensjahr im Vergleich zu den Beiträgen einer gleichartigen Absicherung eines gleichaltrigen Auszubildenden. (Tarifstand: 01.03.2018)

Vertragsabschluss
als 16-jähriger
Schüler bzw. Azubi
preiswertester Anbieter
aus unserem Vergleich
monatlicher
Tarifbeitrag
monatlicher
Zahlbeitrag
Bankkaufmann die Bayerische 39,06 € 24,02 €
Bürokaufmann Dialog 30,36 € 24,29 €
Schüler (Gymnasium) LV 1871 63,06 € 34,05 €
Schüler (Realschule) LV 1871 76,86 € 41,50 €
Elektriker die Bayerische 74,22 € 45,65 €
Brauer Continentale 77,11 € 46,27 €
KFZ-Mechaniker Continentale 77,11 € 46,27 €
Koch die Bayerische 84,11 € 51,73 €
Florist Swiss Life 96,43 € 61,71 €
Krankenpfleger Swiss Life 96,43 € 61,71 €
Landwirt VolkswohlBund 94,35 € 63,21 €
Friseur Basler 86,30 € 64,72 €
Baumaschinenführer VolkswohlBund 110,81 € 74,24 €
Fleischer VolkswohlBund 110,81 € 74,24 €
Maler AXA 131,17 € 74,77 €
Bäcker HDI 109,05 € 81,79 €
Maurer Canada Life 85,17 € 85,17 €
Dachdecker Alte Leipziger 117,24 € 91,44 €
Fliesenleger Alte Leipziger 117,24 € 91,44 €

Fazit: Schüler-BU

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für alle Schülerinnen und Schüler wichtig. Wer nach dem Schulabschluss einen risikoarmen Beruf (z. B. Bankkauffrau, -kaufmann) erlernen will, könnte seine BU-Versicherung zwar nach Beginn der Ausbildung noch preiswerter abschließen – aber nur wenn er bis dahin gesund bleibt und keine risikobehaftete Freizeitaktivität beginnt. Aber wer kann garantieren, in den nächsten Monaten keine Vorerkrankungen zu erleiden?

Wer jedoch einen risikoreichen Beruf erlernen will, muss seine Berufsunfähigkeitsversicherung noch als Schüler abschließen. Es ist die letzte Chance auf bezahlbaren BU-Schutz. Wer den frühzeitigen Abschluss verpasst, muss später für den gleichen Versicherungsschutz deutlich mehr bezahlen oder sich mit einer unzureichenden Notlösung zur Arbeitskraftabsicherung begnügen.

Mit unserem Online-Vergleich können Sie auch selbst prüfen, ob der Abschluss der BU-Versicherung noch während der Schulzeit auch für Ihr Kind die letzte Chance auf bezahlbaren BU-Schutz ist. Berechnen Sie die erste Variante als Schüler und danach eine zweite Variante als Auszubildender oder lassen Sie sich online beraten – ganz ohne Vertreterbesuch.

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