Berufsunfähigkeitsversicherung – Vergleich der TOP-Tarife 2018 mit

  • Tipps und Erläuterungen für einen umfassenden BU-Schutz
  • detaillierten Berufsangaben zur bestmöglichen Einstufung
  • übersichtlicher Auflistung preiswerter und leistungsstarker Tarife
  • bundesweit kostenloser Online-Beratung

Warum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig?

Die meisten Berufstätigen verdanken ihren Lebensstandard der eigenen Arbeitskraft. Doch ein Unfall oder eine schwere Krankheit kann jeden treffen und der beruflichen Karriere ein schnelles Ende setzen. Für den Betroffenen bedeutet dies Verdienstausfall und ohne ausreichende BU-Vorsorge womöglich Verarmung. Denn die gesetzliche Erwerbsminderungsrente bietet keinen ausreichenden Schutz und ist außerdem noch an verschiedene Voraussetzungen gebunden.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung bietet finanziellen Schutz, wenn die zuletzt ausgeübte Berufstätigkeit aus gesundheitlichen Gründen aufgeben werden muss. Dann zahlt der Versicherer die versprochene monatliche Rente bis zum Ende der Berufsunfähigkeit – maximal jedoch bis zur vereinbarten Leistungsdauer. Deshalb ist eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig für alle, die finanziell auf ihre Arbeitskraft angewiesen sind.

Andere Versicherungen, wie Dread-Disease- (Schwere-Krankheiten-), Grundfähigkeits-, Multi-Risk- oder Unfallversicherungen können keine Berufsunfähigkeitsversicherung ersetzen. Denn diese sogenannten Alternativen leisten nicht zwingend bei Berufsunfähigkeit. Sie beziehen sich nicht auf den ausgeübten Beruf und leisten außerdem nur bei genau definierten Krankheiten bzw. Gesundheitsschäden. Doch wer weiß schon, infolge welcher Krankheit er einmal seine Arbeit und damit Lohn beziehungsweise Gehalt verlieren wird?

Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung

Achten Sie beim Vergleich von Berufsunfähigkeitsversicherungen vorrangig auf gute Versicherungsbedingungen und erst danach auf den Beitrag. Kann die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente später wegen unzureichender Bedingungen verweigert werden, war der niedrigere Beitrag wenig hilfreich.

Die Vorteile des Vergleichs

Zur Berufsunfähigkeitsversicherung existieren viele Tests und Bewertungen. In „Finanztest 7/2017“ untersuchte die Stiftung Warentest 74 Berufsunfähigkeitsversicherungen. 31 Angebote schnitten mit der Bestnote „sehr gut“ ab. Auch Analysehäuser vergeben ihre Bestbewertungen inflationär.

Doch der Schein trügt. Bei exakter Analyse der mit Bestnoten bewerteten Tarife offenbaren sich teilweise gravierende Mängel. Nicht jeder ausgezeichnete Tarif

  • verzichtet für alle Berufsgruppen auf die abstrakte Verweisung,
  • hat verbraucherfreundliche Regelungen für den Fall einer konkreten Verweisung,
  • prüft die Berufsunfähigkeit nach einer Unterbrechung der Erwerbstätigkeit anhand des zuletzt ausgeübten Berufs,
  • verzichtet auf befristete Anerkenntnisse,
  • leistet nach 6-monatiger ununterbrochener Arbeitsunfähigkeit,
  • erlaubt eine Nachversicherung ohne erneute Prüfung von Berufs- und Freizeitrisiken.

Mit unserem Vergleich können Sie Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung anonym berechnen und die Versicherungsbestimmungen vergleichen. Mangelhafte Tarife ohne abstrakten Verweisungsverzicht oder verkürzten Prognosezeitraum werden grundsätzlich ausgeblendet. Darüber hinaus können Sie die Tarifauswahl Ihrem persönlichen Bedarf anpassen.

Gezielte Fragestellungen und Hinweise führen Sie zum optimalen Tarif. Denn nur wer mögliche Leistungserweiterungen kennt, kann diese einfordern – oder bewusst darauf verzichten. Sie wollen doch sicherlich nicht erst aus einer Leistungsablehnung erfahren, welche Erweiterung obligatorisch gewesen wäre.

Das Problem der Risikoprüfung

Alle Versicherer kalkulieren die Beiträge für gesunde Personen ohne besondere Berufs- oder Freizeitrisiken. Diese Normalbeiträge können Sie mit unserem Rechner vergleichen und erhalten damit einen ersten Überblick.

Letztlich entscheidet aber der jeweilige Versicherer über Annahme oder Ablehnung Ihres Antrags. Bei bereits erlittenen Vorerkrankungen oder gefährlichen Hobbys kann der Versicherer Ihnen die Übernahme des gewünschten BU-Schutzes mit Risikozuschlag oder Leistungsausschluss vorschlagen. Solche individuellen Vereinbarungen kann kein Vergleich berücksichtigen.

Sollten Sie Vorerkrankungen haben oder ein gefährliches Hobby betreiben, nutzen Sie die kostenlose Online-Beratung.

Bei vielen Versicherern können wir mit einer Risikovoranfrage vorab klären, ob Ihr Antrag zu Standardkonditionen angenommen wird.

Welche Formen der Berufsunfähigkeitsabsicherung gibt es?

Selbstständige BU-Versicherung (SBU)

Die SBU ist ein eigenständiger Vertrag und dient der alleinigen Absicherung des BU-Risikos. Während einer Berufsunfähigkeit wird der Vertrag beitragsfrei gestellt und die vereinbarte Berufs­unfähigkeits­rente gezahlt.

Bei dieser selbstständigen Versicherung können Sie die versicherte Berufsunfähigkeitsrente und die Versicherungsdauer im Rahmen der Annahmericht­linien frei wählen.

Da kein zusätzliches Todesfallrisiko absichert wird und der Beitrag keine Sparraten enthält, sind die Beiträge bei der SBU am niedrigsten. Dies wird meist noch dadurch verstärkt, dass die jährlichen (aber nicht garantierten) Überschüsse mit dem Tarifbeitrag verrechnet werden und somit den Zahlbeitrag reduzieren.

Inzwischen bieten alle renommierten Versicherer eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung an. Sie hat sich durchgesetzt und ist die empfehlens­werte Form für einen angemessenen und flexiblen BU-Schutz.

Beitragsbeispiel:

25-jährige Bürokauffrau

BU-Rente: 1.500 €

Versicherungsdauer: 42 Jahre

61,92 €

Volkswohl Bund (01/2018)

Tarif: SBU

(1.500 € SBU)

monatl. Tarifbeitrag: 92,42 €

monatl. Zahlbeitrag: 61,42 €

Risiko-LV mit BU-Zusatzversicherung (BUZ)

Fast jede Risikolebensversicherung kann um eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung ergänzt werden. Dann ist die Risiko-LV die Hauptver­sicherung. Durch die Zusatzversicherung wird während einer Berufsunfähigkeit die Hauptversicherung beitragsfrei gestellt (BUZ-Beitragsbefreiung) oder darüber hinaus noch eine Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt (BUZ-Rente).

Die versicherte BU-Rente muss meist in einem festen Verhältnis zur Todesfallsumme stehen und die BUZ-Versicherungsdauer darf die Dauer der Hauptversicherung nicht überschreiten.

Eine Risiko-LV mit BUZ-Rente ist jedoch im Vergleich zur selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung teurer, da zusätzlich noch das Todesfallrisiko abgesichert und bezahlt werden muss.

In älteren Veröffentlichungen wird dies gelegentlich anders dargestellt. Damals wurden die neu aufkommenden und bedingungsseitig verbesserten SBU-Tarife mit den traditionellen BUZ-Tarifen verglichen.

Beitragsbeispiel:

25-jährige Bürokauffrau

BU-Rente: 1.500 €

Versicherungsdauer: 42 Jahre

63,15 €

Volkswohl Bund (01/2018)

Tarif: NLT mit R

(2.500 € RLV mit 1.500 € BUZ)

monatl. Tarifbeitrag: 94,11 €

monatl. Zahlbeitrag: 63,15 €

Lebens- oder Rentenversicherung mit BUZ

Auch Altersvorsorgeprodukte wie kapitalbildende Lebens- oder Rentenversicherungen können Sie um eine BU-Zusatzversicherung ergänzen.

Und hier ist die BUZ-Beitragsbefreiung sehr sinnvoll. Denn wovon wollen Sie die Beiträge für Ihre Lebens- oder Rentenversicherung weiter bezahlen, wenn sie berufsunfähig werden und dadurch Job und Einkommen verlieren?

Durch die Beitragbefreiung bei Berufsunfähigkeit können und sollten Sie sicherstellen, dass der Versicherer im Ernstfall die Beitragszahlung für den Alters­vorsorge­vertrag übernimmt und das ursprüngliche Sparziel trotz Berufsunfähigkeit erreicht wird. Achten Sie dabei aber auf gute Versicherungs­bedingungen. BU-Zusatzversicherungen ohne Verzicht auf abstrakte Verweisung bieten nur unzuverlässigen Schutz.

Allerdings raten wir hier vom Einschluss einer BUZ-Rente ab. Lesen Sie hier, warum es meist nachteilig ist, BU-Rente und Altersversorgung in einem Vertrag zu koppeln.

Beitragsbeispiel:

25-jährige Bürokauffrau

BU-Rente: 1.500 €

Versicherungsdauer: 42 Jahre

112,92 €

Volkswohl Bund (01/2018)

Tarif: SR mit R

(25 € Rente mit 1.500 € BUZ)

monatl. Tarifbeitrag: 112,92 €

monatl. Zahlbeitrag: 112,92 €

Aus den vorgenannten Gründen stellen wir mit unserem Vergleich nur selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherungen dar. Sollten Sie ein Angebot einer Risikolebensversicherung mit BU-Zusatzversicherung wünschen, erstellen wir Ihnen gern ein diesbezügliches Angebot.

Was ist Berufsunfähigkeit?

Den Begriff „Berufsunfähigkeit“ definiert der Gesetzgeber seit 2008 im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) unter § 172:

Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.
 
Als weitere Voraussetzung einer Leistungspflicht des Versicherers kann vereinbart werden, dass die versicherte Person auch keine andere Tätigkeit ausübt oder ausüben kann, die zu übernehmen sie auf Grund ihrer Ausbildung und Fähigkeiten in der Lage ist und die ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung nach dieser Definition bietet jedoch keinen zuverlässigen Schutz. Erstens vertrauen Ärzte ihren Heilungsmethoden und werden deshalb nur in Ausnahmefällen eine Berufsunfähigkeit „auf Dauer“ prognostizieren. Und zweitens ermöglicht die Formulierung „keine andere Tätigkeit ... ausüben kann“ den Versicherern eine abstrakte Verweisung mit all ihren Nachteilen für den Versicherungskunden.

Allerdings kann nicht alles gesetzlich geregelt werden. Deshalb wird in den konkreten Vertragsunterlagen vieles präzisiert. Beispiele hierfür sind:

  • Wird die Berufsunfähigkeitsrente erst nach Ablauf des Prognosezeitraumes fällig oder wird sie rückwirkend gezahlt?
  • Was passiert, wenn die Berufsunfähigkeit verspätet gemeldet wird, weil der Betroffene zunächst von einer langwierigen Krankheit ausging?
  • Gilt der BU-Schutz weltweit und wer trägt die Reise- und Unterbringungskosten für erforderliche Untersuchungen in Deutschland?
  • Wie wird die Berufsunfähigkeit geprüft, wenn der Betroffene zum Zeitpunkt des Versicherungsfalls vorübergehend aus dem Berufsleben ausgeschieden war?
  • Welcher Beruf und welche Lebensstellung wird bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten oder Lehrlinge herangezogen?
  • Erhält ein Betroffener nach 6-monatiger, ununterbrochener Arbeitsunfähigkeit Leistungen – auch wenn der Grad der Berufsunfähigkeit noch nicht feststeht?
  • In welchen Fällen ist der Versicherungsschutz ausgeschlossen?

Dabei gibt es auch bei den sogenannten Premiumtarifen teilweise große Unterschiede. Deshalb sollten Sie „das Kleingedruckte“ genau prüfen, bevor Sie einen Versicherungsantrag unterschreiben.

Ursachen für Berufsunfähigkeit

Nach Angaben des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger musste in der Vergangenheit jeder 5. Erwerbstätige vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Davon betroffen sind nicht nur ältere Menschen – 25 % aller Rentenempfänger der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente sind jünger als 45 Jahre!

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beträgt das Durchschnittsalter bei Eintritt einer Berufsunfähigkeit 47 Jahre.

Viele Büroangestellte glauben, sie hätten kein Berufsunfähigkeitsrisiko und hauptsächlich Berufstätige mit höherem Unfallrisiko oder starker körperlicher Belastung wären gefährdet. Das ist ein fataler Irrtum. Immer häufiger sind Alltagsstress, psychische Belastungen am Arbeitsplatz oder familiäre Probleme Ursache einer späteren Berufsunfähigkeit. Derzeit sind Nerven- und psychische Erkrankungen mit über 31 % die Hauptursache einer Berufsunfähigkeit.

Unfälle führen dagegen nur zu 9,4 % zu einer Berufsunfähigkeit.

Ursachen für Berufsunfähigkeit im Kreisdiagramm

Wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Bei den meisten Tarifen wird die vertraglich fixierte BU-Rente ab 50%iger Berufsunfähigkeit ausgezahlt – dann aber in voller Höhe.

Einzelne Versicherer bieten alternativ eine Staffelregelung an. Bei der 25/75-Regelung wird zum Beispiel bei einer Berufsunfähigkeit zwischen 25 % und 75 % die BU-Rente anteilig und erst bei einer Berufsunfähigkeit ab 75 % bedingungsgemäß in voller Höhe gezahlt.

Solche Staffelregelung spielen jedoch eine untergeordnete Rolle. In der Regel dürfte es wichtiger sein, ab 50%iger Berufsunfähigkeit die volle BU-Rente zum Bestreiten des Lebensunterhalts zu erhalten.

Wie wird der Grad der Berufsunfähigkeit ermittelt?

Hierzu werden die Auswirkungen der gesundheitlichen Beschwerden auf das konkrete berufliche Handeln geprüft. Die Vorarbeit dafür leistet der Versicherte selbst. Er erstellt eine detaillierte Liste mit den einzelnen Teiltätigkeiten – so wie er sie vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgeübt hatte.

Danach wird analysiert, in welchem Umfang diese Tätigkeiten noch ausgeführt werden können. Dabei handelt es sich keinesfalls um eine reine zeitliche Beurteilung (siehe Hilfe zum Leistungsantrag).

Problem: Sollten medizinische Gutachter unterschiedliche BU-Grade errechnen, kann dies Verzögerungen oder gerichtliche Auseinandersetzungen verursachen.

Wovon ist der Beitrag abhängig?

Berechnen Sie mit unserem Online-Vergleich verschiedene Varianten mit unterschiedlichen BU-Rentenhöhen, werden Sie ein fast lineares Verhalten zwischen versicherter BU-Rente und Beitrag feststellen. Halbieren Sie die Rente, ergibt sich auch ungefähr der hälftige Beitrag.

Trotzdem sollten Sie die Berufsunfähigkeitsrente nicht zu gering beantragen. Denn wenn Sie keine anderen Einnahmen haben und staatliche Grundsicherung beantragen müssen, werden die Sozialleistungen um den Betrag Ihrer BU-Rente gekürzt.

Die Ausnahme:
Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für junge Leute (z. B. Azubis und Berufseinsteiger) kann aus wirtschaftlichen Gründen ausnahmsweise eine niedrige BU-Rente zum „Einfrieren des Gesundheitszustands“ sinnvoll sein.

Die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit wächst mit zunehmendem Alter merklich. Deshalb errechnet der Vergleich bei längerer Versicherungsdauer deutlich höhere Tarif- und Zahlbeiträge.

Trotzdem muss jeder Versicherungsmakler, der für seine Ratschläge haftet, eine Versicherungs- und Leistungsdauer bis zum voraussichtlichen Renteneintrittsalter (Altersrente) empfehlen, um im Versicherungsfall Altersarmut zu vermeiden. Denn bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich eine zu kurz beantragte Versicherungsdauer nachträglich nicht korrigieren.

Sie favorisieren aus Kostengründen eine kürzere Versicherungsdauer? Bitte prüfen Sie, womit Sie im Berufsunfähigkeitsfall die Zeit zwischen Wegfall der BU-Rente und Beginn der Altersrente überbrücken wollen.

Grundsätzlich gilt: Je später Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, desto höher wird der Beitrag.

Dieser Grundsatz kann jedoch durch die Berufsgruppeneinstufung überlagert werden. So kann sich eine 20-jährige Bürokauffrau heute preiswerter versichern als noch vor 4 Jahren als 16-jährige Schülerin. Voraussetzung hierfür ist, sie hat noch keine relevanten Vorerkrankungen erlitten.

Die Versicherer haben in den vergangenen Jahren immer mehr Berufsgruppen (Risikoklassen) eingeführt. Dadurch wurde der BU-Schutz für die meisten Akademiker und Bürofachkräfte immer preiswerter – für körperlich Tätige aber immer teurer. Befürworter dieser Entwicklung nennen dies risikogerechte Beitragskalkulation. Kritiker bezeichnen es als Rosinenpickerei.

Tipp für verantwortungsvolle Eltern:
Will Ihr Kind nach Abschluss des laufenden Schuljahrs einen sogenannten Risikoberuf (zum Beispiel Bäcker, Bauhandwerker, Fleischer, Florist, Friseur, Kellner, Koch, Kraftfahrer, Kranken- bzw. Seniorenpfleger) erlernen, ist wegen dieser Berufsgruppendifferenzierung der Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung als Schüler meist die letzte Möglichkeit auf bezahlbaren Berufsunfähigkeitsschutz. BU-Versicherer betrachten fast alle Berufe mit handwerklicher beziehungsweise körperlicher Tätigkeit als risikoreich. Das gilt gleichermaßen für Auszubildende.

Die Berufsgruppen sind heute sehr detailliert. Die Berufsbezeichnung ohne weitere Angaben zur Tätigkeit erlaubt noch keine exakte Berechnung. Hierfür sind zusätzliche Angaben zum Berufsbild (Anteil der Bürotätigkeit, abgeschlossenen Berufsausbildung, eventuelle Personalverantwortung) erforderlich. All dies berücksichtigt unser Vergleich.

Rauchen ist gesundheitsschädlich. Deshalb berechnen einige Versicherer unterschiedliche Prämien für Raucher und Nichtraucher. Aus diesem Grund unterscheidet unser Vergleich zwischen Nichtraucher und Raucher.

Nichtraucher ist, wer in den letzten 12 Monaten vor Antragstellung kein Nikotin durch Rauchen oder Inhalieren aufgenommen hat. Rauchen in diesem Sinne ist das Konsumieren von Zigaretten, Zigarren, Zigarillos, Pfeifen oder sonstigem Tabak unter Feuer. Als Rauchen zählt auch die Nutzung elektronischer Rauchgeräte, bei denen es zu einer Nikotinaufnahme über das Inhalieren von Dampf kommt (z. B. E-Zigaretten, E-Zigarren oder E-Pfeifen).

Bei risikobehafteten Hobbys werden meist noch zusätzliche Angaben benötigt, um einen individuellen Risikozuschlag zu ermitteln. Im Extremfall können Versicherer die Antragsannahme sogar verweigern. Dies berücksichtigt kein Vergleich. Üben Sie ein risikobehaftetes Hobby aus, bieten wir Ihnen eine Risikovoranfrage an.

Zu den risikobehafteten Hobbys zählen:

  • Autosport,
  • Bergsport,
  • Flugsport,
  • Fun-/Extremsport,
  • Kampfsport,
  • Motorradsport,
  • Reitsport,
  • Tauchsport,
  • Wassersport und
  • Wintersport.

Haben Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung über uns abgeschlossen und beginnen danach eine solche Freizeitbeschäftigung, müssen Sie dies nicht nachmelden.

Im Antragsvordruck einer Berufsunfähigkeitsversicherung müssen Sie umfangreiche Fragen zu Ihrer Gesundheit beantworten. Stellt der Versicherer wegen erlittener risikorelevanter Vorerkrankungen ein erhöhtes BU-Risiko fest, kann er ein Gegenangebot mit individuellem Risikozuschlag oder Ausschluss einzelner Leistungen unterbreiten – oder Ihren Antrag gänzlich ablehnen.

Wir können jedoch eine Risikovoranfrage stellen und damit prüfen, ob Ihr Favorit den Antrag zu Normalkonditionen oder nur zu erschwerten Konditionen annehmen würde.

Solche individuellen Absprachen kann kein Vergleich einbeziehen. Bei der Berechnung der Versicherungsprämie gehen wir immer von einem normalen Gesundheitsverhältnis aus.

Sind Stufentarife preiswerter?

Wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung besonders preiswert aussehen soll, wird häufig ein Stufentarif (auch Start- oder Einsteigertarif genannt) mit niedrigen Anfangsbeiträgen angeboten. Allerdings bekommt der Versicherungsnehmer trotz allem nichts geschenkt. Schon nach wenigen Jahren steigt der Beitrag stufenartig auf ein überdurchschnittliches Niveau.

Für den Artikel „Berufsunfähigkeitsversicherungen für Einsteiger“ in „ÖKO-TEST September 2017“ testeten wir Stufen- und Normaltarife von 19 Versicherern. Unterm Strich war kein Stufentarif preiswerter als der Normaltarif. Ersparnisse aus den ersten Jahren müssen nach der Startphase mehr als zurückgezahlt werden.

Wurde Ihnen ein Stufentarif angeboten, vergleichen Sie einfach mal den Beitrag nach Ablauf der Startphase mit dem Beitrag des Normaltarifs.zwinkerndes Smiley

Ändert sich der Beitrag, wenn sich Beruf oder Freizeitrisiken ändern?

Grundsätzlich müssen Berufswechsel nicht nachgemeldet werden. Bei einer günstigen Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt der Beitrag unverändert, selbst wenn sich das Berufsunfähigkeitsrisiko erhöht. Als versichert gilt immer der „zuletzt ausgeübte Beruf“.

Ausnahmen gibt es bei einzelnen Anbietern für bestimmte Personengruppen. Diese Ausnahmen müssen ausdrücklich in den Vertragsgrundlagen erklärt sein.

So vermerkt beispielsweise die InterRisk (Stand 01/2018) bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten unter „Besondere Vereinbarungen“

Der Abbruch des Studiums und die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit wird schriftlich nachgemeldet. Es erfolgt dann eine Überprüfung der Berufsklasse mit evtl. Umgruppierung und entsprechender Beitragsanpassung. Eine Vertragsänderung kann ebenfalls erforderlich werden.

Auch die Continentale fordert bei ihrer Schüler-BU eine Anzeige nach erstmaliger Aufnahme einer Berufsausbildung, eines Studiums oder einer beruflichen Tätigkeit, um Eingruppierung und Versicherungsbeitrag überprüfen zu können.

Das Problem: Da es sich hierbei um Festlegungen für einzelne Personengruppen handelt, werden diese von vielen Vergleichsportalen und Ratingagenturen nicht beachtet. Selbst mit „sehr gut“ oder vielen Sternen bewertete Tarife, können solche Fallstricke enthalten. Für einen Betroffenen sind die Folgen fatal. Unser Vergleich wurde von Fachleuten erstellt und berücksichtigt solche Besonderheiten. Aber noch sicherer ist, Sie lassen sich von uns beraten.

Die Aufnahme eines risikobehafteten Hobbys nach Vertragsabschluss muss bei allen in unserem Vergleich enthaltenen Tarifen nicht angezeigt werden.

Die meisten Berufsunfähigkeitsversicherungen unterscheiden nicht zwischen Raucher und Nichtraucher und stellen konsequenterweise keine Fragen zum Rauchverhalten. Wurde im Antragsformular eine solche Frage gestellt und Sie beginnen während der Versicherungsdauer mit Rauchen, sollten Sie eine eventuelle Meldepflicht prüfen. Pauschale Aussagen sind nicht möglich. Manche Versicherer fordern eine Änderungsmitteilung, andere verzichten darauf. Fragen Sie Ihren Versicherungsvertreter beziehungsweise Ihren Versicherungsmakler.

Unser Tipp

Beantragen Sie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung so zeitig wie möglich – noch

  • bevor sich (weitere) Vorerkrankungen einstellen und die Versicherbarkeit einschränken,
  • bevor Sie eine risikoreiche Berufstätigkeit erlernen bzw. aufnehmen und deshalb in eine ungünstige Berufsklasse eingestuft werden und
  • bevor Sie mit einem risikoreichen Hobby beginnen, das nur mit Risikozuschlägen oder möglicherweise überhaupt nicht versicherbar ist.

Und da niemand weiß, wann er welche Erkrankung erleiden wird, ist wahrscheinlich jetzt ein guter Zeitpunkt, sich mit diesem Thema zu befassen.

Selbst mit einer kleinen versicherten BU-Rente können Sie sich einen niedrigen Beitragssatz dauerhaft sichern – und mit einer guten Nachversicherungsgarantie sogar für nachträgliche Erhöhungen.

Haben Sie den rechtzeitigen Abschluss verpasst, wird der BU-Schutz teuer. Oder es werden Ihnen Notlösungen mit löchrigem Versicherungsschutz wie zum Beispiel eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung angeboten.

Was sollten Sie vor Vertragsabschluss beachten?

Recherchieren Sie Ihre Vorerkrankungen

Im BU-Antrag sind viele Fragen zum Gesundheitszustand gewissenhaft zu beantworten. Aber wer kann sich „aus dem Kopf“ an alle ärztlichen Beratungen, Untersuchungen und Behandlungen der letzten 5 Jahre erinnern? Bei stationären und Kuraufenthalten werden meist sogar die letzten 10 Jahre abgefragt.

Doch wer diese Fragen unvollständig oder falsch beantwortet, verletzt seine „vorvertragliche Anzeigepflicht“. Dann kann der Versicherer – je nach Schwere des Verschuldens – innerhalb der ersten 5 Jahre nach Vertragsbeginn vom Vertrag zurücktreten oder diesen innerhalb der ersten 10 Jahre anfechten.

Die vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung ist ein Hauptgrund, warum im BU-Fall Leistungen abgelehnt werden. Doch nicht immer trifft dem Antragsteller eine wirkliche Schuld. Manchmal enthält die Patientenakte aus unterschiedlichen Ursachen wirklich unbekannte Diagnosen. Recherchieren Sie Ihre Vorerkrankungen und nehmen Sie hierzu Einblick in Ihre Patientenakte.

Klären Sie gemeinsam mit einem Fachmann, ob mit der erlittenen Vorerkrankung ein Antrag oder eine Risikovoranfrage sinnvoll ist.

Auswahlkriterien einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Vergleichen Sie die Versicherungsbedingungen

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung läuft häufig 40 Jahre und länger. In dieser Zeit können viele Veränderungen eintreten. Der persönliche Berater ist vielleicht im Ruhestand oder bei einem anderen Versicherer. Auch die versicherungsinternen Richtlinien zur Leistungsprüfung können sich geändert haben. Die derzeitigen Prozess- und Leistungsquoten sind dann „Schnee von gestern“.

Ihr Vertrag und die dazugehörigen Versicherungs­bedingungen bleiben die ganze Zeit gültig.

Deshalb ist es unerlässlich, dass Sie beim Vergleich auf gute und eindeutige Vertragsbedingungen achten. Formulierungen wie „in der Regel“, „in Ausnahme­fällen“ oder „in begründeten Fällen“ ohne zusätzliche Konkretisierung sind schwammig und streitanfällig, da sie später unterschiedliche Interpretationen zulassen.

Wenn Sie Versicherungsbeiträge vergleichen, achten Sie nicht nur auf den niedrigeren – nicht garantierten – Zahlbeitrag, sondern ebenso auf den Tarifbeitrag. Bei identischen Zahl- und Tarifbeiträgen prüfen Sie unbedingt, wie lange die Beiträge garantiert sind und ob der Versicherer im Falle seiner eigenen Insolvenz einem Sicherungsfonds (wie Protektor) angehört.

Diese Punkte sollte jede Berufsunfähigkeitsversicherung erfüllen:

Der Verzicht auf abstrakte Verweisung ist die wichtigste Voraussetzung für eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung. Wir haben diesem Thema eine eigene Seite gegönnt und wollen uns hier nicht wiederholen.

Laut der Definition aus dem Versicherungsvertragsgesetz muss die Berufsunfähigkeit „voraussichtlich auf Dauer“ (laut Rechtsprechung mindestens 3 Jahre) bestehen. Scheut sich der Arzt, eine solch langfristige Prognose abzugeben, ist die Versicherungsgesellschaft zu keiner Leistung verpflichtet. Eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung verkürzt den Prognosezeitraum auf 6 Monate, um nicht auf die langfristige Voraussage des zuständigen Arztes angewiesen zu sein.

Deshalb berücksichtigt unser Vergleich lediglich Berufsunfähigkeitsversicherungen mit kurzem Prognosezeitraum.

Nach einer sechsmonatigen, ununterbrochenen Berufsunfähigkeit, die als solche nicht von Beginn an erkennbar war, gilt normalerweise die „Fortdauer dieses Zustandes“ als Berufsunfähigkeit. Die Rente wird nach dieser Definition ab dem siebten Monat gezahlt. Tarife mit verbraucherfreundlichen Vertragsvereinbarungen leisten in diesen Fällen rückwirkend und zahlen somit „von Beginn an“ – Geld, das der Betroffene in diesem Moment sicherlich gut gebrauchen kann.

Oft kann der Beginn einer Berufsunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht zeitnah gemeldet werden. Mitunter verhindern fehlende ärztliche Gutachten oder Bescheide die zeitnahe Anmeldung. Dann entscheiden lange Meldefristen und das Versprechen rückwirkender Leistungen über den Zeitpunkt der BU-Rentenzahlungen. Ansonsten können dem Betroffenen mehrere Monatsrenten verwehrt bleiben.

Dies belegt eindrucksvoll ein Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz (Az.: 10 U 910/15). Eine Frau war seit Juli 2011 arbeitsunfähig krankgeschrieben und meldete den Verlust der Berufsfähigkeit erst 2014. Sie vertraute ihren Ärzten, die ihr auch nach 6-monatiger ununterbrochener Krankschreibung immer wieder eine baldige Genesung in Aussicht gestellt hatten. Da das Bedingungswerk nur eine 3-monatige Meldefrist definierte, leistete der Versicherer folglich erst ab Mai 2014. Ihre Klage dagegen blieb erfolglos.

Deshalb berücksichtigt unser Vergleich nur Berufsunfähigkeitsversicherungen, bei denen der Versicherer grundsätzlich auf Meldefristen verzichtet oder zumindest für drei Jahre rückwirkend leistet.

Nach § 19 des Versicherungsvertragsgesetzes hat der Versicherer das Recht zur Kündigung oder Beitragsanpassung, wenn sich nach Vertragsabschluss herausstellt, dass bereits bei Vertragsbeginn ein erhöhtes Risiko vorlag. Das gilt selbst dann, wenn dies beiden Vertragsparteien unbekannt war und vom Antragsteller völlig schuldlos nicht angegeben wurde.

Doch bei den meisten, aktuell angebotenen Tarifen wird sowohl auf das Kündigungsrecht als auch auf das Recht der Beitragsanpassung verzichtet. Da niemand weiß, welche Krankheiten sich schon unbemerkt im Körper entfaltet haben, ist dieser Verzicht bedeutsam!

Empfehlenswerte Berufsunfähigkeitsversicherungen schützen weltweit. Dies ist sinnvoll, denn häufig arbeiten Selbstständige und Arbeitnehmer im Ausland – und das manchmal für Monate oder Jahre. Durch den weltweiten Geltungsbereich ist das kein Problem, wenn der Berufsunfähige nach Deutschland zurückkehrt. Hat er jedoch seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt und bleibt trotz Berufsunfähigkeit dort, kann es problematisch werden. Oftmals wird vorgeschrieben, dass erforderliche ärztliche Untersuchungen in Deutschland stattfinden. Hier muss klar vereinbart sein, wer die anfallenden Reise- und Unterkunftskosten trägt. Bei wenigen Berufsunfähigkeitsversicherungen wird auf eine ärztliche Untersuchung in Deutschland verzichtet.

Wenn dieser Punkt für Sie bedeutungsvoll ist, sollten Sie den genauen Wortlaut in den Vertragsunterlagen nachlesen. So gilt der Versicherungsschutz beispielsweise beim Tarif „Profi Care“ der HanseMerkur Lebensversicherung AG grundsätzlich weltweit. In den Unterlagen (Stand Januar 2018) wird jedoch festgelegt:

Werden Leistungen aus dieser Versicherung verlangt, so sind uns unverzüglich auf Kosten des Ansprucherhebenden folgende Unterlagen einzureichen:
  • ...,
  • ausführliche Berichte über Ursache, Beginn, Art, Verlauf und voraussichtliche Dauer des Leidens sowie über den Grad der Berufsunfähigkeit oder über die Pflegebedürftigkeit. Diese müssen von Ärzten mit Niederlassung und Wohnsitz in der Europäischen Union, der Schweiz oder Norwegen vorgelegt werden, welche die versicherte Person an einem Behandlungsort in der Europäischen Union, der Schweiz oder Norwegen gegenwärtig behandeln bzw. behandelt oder untersucht haben;
  • ...
Wir können außerdem weitere ärztliche Untersuchungen durch von uns beauftragte Ärzte (ohne ständige vertragliche Bindung, also keine Vertragsärzte) verlangen. In diesem Fall übernehmen wir die Untersuchungskosten sowie die vorher mit uns abgestimmten Reise- und Unterbringungskosten.

Dies wäre problematisch für Personen, die ihren Lebensmittelpunkt außerhalb der EU verlegt haben. Außerdem kann diese Formulierung unterschiedlich ausgelegt werden, wenn Länder während der Vertragslaufzeit aus der EU austreten bzw. in die EU eintreten.zwinkerndes Smiley

Hiermit werden Sie verpflichtet, den Vorschlägen des behandelnden Arztes zur Minderung der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu folgen. Dies darf aber nicht dazu führen, dass Sie zur Erfüllung der Mitwirkungspflicht jedes medizinisch mögliche Experiment über sich ergehen lassen müssen

Nach unserer Ansicht ist eine solche Klausel akzeptabel, wenn sie die Durchführung operativer und sonstiger risikobehafteter Behandlungsmaßnahmen ausdrücklich ausschließt. Zumutbar sind jedoch Forderungen zum Einsatz von Hilfsmitteln des täglichen Lebens (z. B. Verwendung von Prothesen, Seh- und Hörhilfen) sowie Heilbehandlungen, die gefahrlos und nicht mit besonderen Schmerzen verbunden sind. Darüber hinaus muss eine sichere Aussicht auf Besserung des Gesundheitszustands bestehen.

Anderenfalls wäre eine solche Bestimmung unzumutbar.

Diese Erweiterungen können je nach individueller Situation achtenswert sein:

Fast alle aktuellen BU-Tarife enthalten eine Nachversicherungsgarantie. Dadurch können Sie die versicherte Berufsunfähigkeitsrente zu bestimmten Anlässen (z. B. Berufsabschluss, Heirat, Geburt eines Kindes usw.) ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Besser ist jedoch, wenn dabei ebenfalls auf eine erneute Prüfung von Berufs- und Freizeitrisiken verzichtet wird. Anderenfalls kann für die nachversicherte BU-Rente doch noch ein höherer Beitragssatz wegen einer neuen Berufsklasseneinstufung oder ein Risikozuschlag wegen erhöhter Freizeitrisiken berechnet werden.

Bei unserem Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich können Sie vorgeben, ob die Nachversicherung nur ohne Gesundheitsprüfung oder grundsätzlich ohne erneute Risikoprüfung möglich sein soll.

Unentbehrlich ist die Möglichkeit einer Nachversicherung für Schüler, Auszubildende, Studenten und Berufsanfänger, die eine geringe und nicht für das gesamte Berufsleben ausreichende Berufsunfähigkeitsrente vereinbaren.

Bei manchen Tarifen ist eine Nachversicherung sogar ohne bestimmten Anlass möglich. Hier kann die BU-Rente zu bestimmten Zeitpunkten oder innerhalb bestimmter Fristen ohne erneute Gesundheitsprüfung bzw. ohne erneute Risikoprüfung erhöht werden. Sie müssen dann nicht unbedingt heiraten, um die versicherte BU-Rente aufstocken zu können. zwinkerndes Smiley

Die Inflation sorgt für jährlich steigende Lebenshaltungskosten, wobei die Europäische Zentralbank eine jährliche Inflation von 2 % anstrebt. Auch wenn Sie heute eine ausreichend hohe BU-Rente vereinbaren, in 20 oder 30 Jahren wäre sie zweifellos zu gering.

Deshalb sollten Sie die versicherte BU-Rente hin und wieder anpassen können. Hierzu müssen Sie bei Vertragsabschluss eine Beitragsdynamik vereinbaren. Sie erhalten dann jährlich ein Angebot mit den erhöhten Beiträgen und Leistungen, das Sie annehmen oder ablehnen können. Bei einer Ablehnung verbleiben Beitrag und versicherte BU-Rente auf dem Stand des Vorjahres. Allerdings sollten Sie die Dynamisierung zumindest jedes 3. Jahr annehmen, da anderenfalls bei den meisten Tarifen das Recht auf weitere Erhöhungen verloren geht.

Wünschen Sie irgendwann grundsätzlich keine Dynamisierung mehr, können Sie diese jederzeit auch generell ausschließen.

Stellen Sie sich vor, Sie scheiden wegen Elternzeit, Pflege von Angehörigen oder Arbeitslosigkeit vorübergehend aus dem Berufslebens aus und werden ausgerechnet in dieser Zeit berufsunfähig. Dann sollte zweifellos trotzdem der zuletzt ausgeübte Beruf versichert sein und dauerhaft auf eine abstrakte Verweisung verzichtet werden. Viele Versicherungsanbieter begrenzen jedoch die Zeit auf 3 oder 5 Jahre, einzelne legen sich hierzu überhaupt nicht fest.

Bei unserem Vergleich können Sie vorgeben, wie lange der Versicherer den zuletzt ausgeübten Beruf versichern und vertragsgemäß auf einen abstrakten Verweisungsberuf verzichten soll.

Die Prüfung der Berufsunfähigkeit nimmt manchmal viel Zeit in Anspruch. Einige Versicherer bieten daher an, die BU-Leistungen zunächst zeitlich befristet anzuerkennen. Das klingt zunächst gut, kann aber problematisch werden, da ein zeitlich befristetes Anerkenntnis keine rechtlich verbindliche Leistungspflicht darstellt und für den Versicherungskunden zu einer großen Rechtsunsicherheit führen kann. Der Versicherungsnehmer muss nach Ablauf der Frist erneut die Berufsunfähigkeitsrente beantragen und auf eigene Kosten seine Berufsunfähigkeit beweisen.

Diese Berufsunfähigkeitsversicherer versprechen zwar, zeitlich befristete Anerkenntnisse ausschließlich „in besonderen, begründeten Einzelfällen“ auszusprechen. Da die begründeten Einzelfälle nicht konkretisiert sind und daher vielfältig ausfallen können, setzt diese Formulierung ein hohes Vertrauen in den Versicherungsgeber voraus.

Bei einigen BU-Tarifen wird ausnahmslos auf ein befristetes Anerkenntnis verzichtet. Oder es wird in den Vertragsinformationen klargestellt, dass nach Ablauf einer zunächst befristeten BU-Leistung kein erneuter Leistungsantrag zu stellen ist.

Wer 6 Monate hintereinander arbeitsunfähig – per „gelbem Schein“ krank geschrieben – ist, hat normalerweise noch keinen Anspruch auf eine BU-Rente. Denn die Zahlung einer BU-Rente setzt üblicherweise noch die mindestens 50%ige Berufsunfähigkeit voraus. Doch die Ermittlung des BU-Grades kann zeitaufwändig sein.

Einige Tarife bieten jedoch eine monatliche Rente in Höhe der abgesicherten BU-Rente für maximal 18 bzw. 24 Monate an, wenn der Versicherte 6 Monate ununterbrochen arbeitsunfähig war oder voraussichtlich 6 Monate arbeitsunfähig sein wird. Die Zahlung erfolgt auch, wenn der Berufsunfähigkeitsgrad noch nicht feststeht. Stellt sich später heraus, dass keine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit vorlag, wird keine Rückzahlung fällig.

Werden bei Ärzten, Zahnärzten oder sonstigem medizinischen Personal Infektionskrankheiten (z. B. Hepatitis C oder Aids) oder Krankheitserreger (Salmonellen) festgestellt, kann das zuständige Gesundheitsamt ein Berufsverbot aussprechen. Gleiches gilt für Kindergärtner und Köche. BU-Versicherungen ohne Infektionsklausel leisten bei einem Tätigkeitsverbot nicht. Streng genommen kann der Beruf aufgrund des Gesundheitszustandes durchaus ausgeübt werden – er darf es indes aus rechtlichen Gründen nicht. In derartigen Situationen ist diese Ergänzung vorteilhaft. Sie gilt oft für Human- und Zahnmediziner, vereinzelt zusätzlich für sonstige medizinische Angestellte und selten für alle Berufsgruppen.

Laut Versicherungsvertragsgesetz ist berufsunfähig, wer „infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall“ seinem Beruf nicht nachgehen kann. Demnach ist es möglich, dass jemand seine Berufsausübung infolge eines Kräfteverfalls beenden muss und geldmäßig auf die Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente angewiesen ist. Die Zahlung erfolgt aber nicht, weil sich die Sachverständigen noch darüber streiten, ob der Kräfteverfall altersentsprechend oder mehr als altersentsprechend ist.

Viele Versicherer verzichten auf den unter Umständen streitanfälligen Zusatz „mehr als altersentsprechendem“ Kräfteverfall. Berufsunfähigkeit infolge eines Kräfteverfalls spielt in der Praxis eine untergeordnete Rolle. Dies könnte sich durch die höheren Renteneintrittsalter jedoch zukünftig ändern. Denken Sie bei Verfall der Kräfte bitte nicht allein an Muskelkraft, sondern ebenso an psychische Kraft und Sehkraft.

Laut Gesetz (§ 163 VVG) kann die Versicherungsgesellschaft den Tarifbeitrag erhöhen, wenn

  1. sich der Leistungsbedarf nicht nur vorübergehend und nicht voraussehbar gegenüber den Rechnungsgrundlagen der vereinbarten Prämie geändert hat,
  2. die nach den berichtigten Rechnungsgrundlagen neu festgesetzte Prämie angemessen und erforderlich ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Versicherungsleistung zu gewährleisten, und
  3. ein unabhängiger Treuhänder die Rechnungsgrundlagen und die Voraussetzungen der Nummern 1 und 2 überprüft und bestätigt hat.
Eine Neufestsetzung der Prämie ist insoweit ausgeschlossen, als die Versicherungsleistungen zum Zeitpunkt der Erst- oder Neukalkulation unzureichend kalkuliert waren und ein ordentlicher und gewissenhafter Aktuar dies insbesondere anhand der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren statistischen Kalkulationsgrundlagen hätte erkennen müssen.

Einzelne Versicherer verzichten auf dieses Recht der Beitragsanpassung. Dies erscheint für Verbraucher zunächst positiv, ist unter Experten dagegen umstritten. Wird eine Versicherungsgesellschaft etwa zahlungsunfähig, weil sie die unvorhersehbaren Kosten nicht auf die Vertragspartner umlegen darf, kann der Versicherungsschutz durch diese Insolvenz völlig verloren gehen!

Wenn Sie den Verzicht auf Beitragsanpassung beim Vergleich als KO-Kriterium wählen, sollte zumindest das Versicherungsunternehmen im Fall seiner Insolvenz einer Sicherungseinrichtung angehören.

Schriftzug: news
Für das Jahr 2018 hat die WWK die Überschussbeteiligung für bestehende Berufsunfähigkeitsversicherungen teilweise drastisch reduziert. Was tun, wenn der BU-Versicherer den Zahlbeitrag erhöht?