Berufsunfähigkeitsversicherung für Erzieher

In Deutschlands Kindertageseinrichtungen waren 2020 über 442.000 Erzieherinnen und Erzieher beschäftigt. Diese Tätigkeit ist vielseitig – aber auch psychisch und physisch anspruchsvoll. Deshalb ist das Risiko einer Berufsunfähigkeit relativ hoch und steigt mit zunehmendem Alter.

Angestellte Erzieher sind zwar über die Deutsche Rentenversicherung pflichtversichert. Doch auch diese staatliche Absicherung ist für nach dem 01.01.1961 Geborene unzureichend. Die volle Erwerbsminderungsrente ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden und wird erst ausgezahlt, wenn der Versicherte gar keine Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes für mindestens 3 Stunden täglich ausüben kann. Außerdem ist sie zur Erhaltung des erreichten Lebensstandards viel zu niedrig.

Deshalb droht ohne private Berufsunfähigkeitsversicherung der soziale Abstieg. Doch der Abschluss muss rechtzeitig erfolgen, also noch bevor bereits erlittene Erkrankungen oder eine risikoreiches Hobby die Versicherung teuer oder sogar unmöglich machen.

Mit diesem Online-Vergleich können Sie sich einen Überblick über Leistungen und Beiträge verschaffen.

Warum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Erzieher wichtig?

Erzieherin mit vier Kindern Für die Ausübung dieser Tätigkeit haben Sie viel investiert und eine Berufsausbildung bzw. Weiterbildung als Erzieher/in mit staatlicher Anerkennung abgeschlossen. Und ganz gleich, ob Sie die Tätigkeit in

  • einem Kindergarten oder Hort,
  • einem Kinder-, Jugendwohn- oder Erziehungsheim,
  • einer Familienberatungs- und Suchtberatungsstelle,
  • einer Tagesstätte oder einem Wohnheimen für Menschen mit Behinderung oder
  • einem Erholungs- und Ferienheim

ausüben, die Tätigkeit ist psychisch und physisch anspruchsvoll. Folglich gehören bei Erziehern vor allem psychische Erkrankungen (z. B. durch arbeitsbedingte Lärmbelastung) und Erkrankungen des Stütz- bzw. Bewegungsapparats (z. B. Rückenbeschwerden durch häufige Fehlhaltung) zu den Hauptursachen für Berufsunfähigkeit. Aber auch andere Krankheiten, familiäre Probleme und Unfälle im Haushalt oder beim Freizeitsport können die Berufsausübung erschweren oder unmöglich machen.

Für eine heute 25-jährige Erzieherin im Kindergarten liegt die statistische Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit innerhalb der nächsten 40 Jahre (also bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres) bei 35,2 % – die einer Erwerbsunfähigkeit bei 21,2 %.

Deshalb ist der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll. Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist zwar preiswerter, sichert das Risiko jedoch nur lückenhaft ab.

Wie viel kostet der BU-Schutz für Erzieher/innen?

Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung hängen von verschiedenen Faktoren ab; zum Beispiel von

  • der gewünschten Rentenhöhe,
  • der beantragten Versicherungs- und Leistungsdauer,
  • dem Eintrittsalter,
  • der konkreten Tätigkeit,

aber auch von bereits erlittenen Vorerkrankungen und vorhandenen Freizeitrisiken. Deshalb muss die Berufsunfähigkeitsversicherung noch vor Eintritt der ersten gesundheitlichen Beschwerden und auch vor Aufnahme eines risikoreichen Hobbys abgeschlossen werden.

Bei normalen Gesundheits- und Freizeitrisiken berechnen sich für eine 25-jährige Erzieherin im Kindergarten (Nichtraucher) bei einer versicherten monatlichen Rente in Höhe von 1.000 € bis zum 65. Lebensjahr beispielsweise folgende monatliche Beiträge (Stand: 01.02.2020):

Continentale
(Tarif PremiumBU)

47,91 €

(Tarifbeitrag: 79,85 €)

Swiss Life
(Tarif 120)

50,03 €

(Tarifbeitrag: 78,17 €)

UniVersa
(Tarif PremiumSBU)

50,18 €

(Tarifbeitrag: 66,90 €)

Unser Tipp:

Obwohl die beiden Ausbildungsrichtungen „Kindergärtner und Hortner“ und „Jugend- und Heimerzieher“ schon 1967 zur Ausbildung „Erzieher“ zusammengefasst wurden, halten sich in den Berufsgruppenkatalogen der Versicherer die Bezeichnungen Kindergärtner/in und Heimerzieher/in hartnäckig. Das Problem: Mehrere Versicherer ordnen diesen Berufsbezeichnungen sogar verschiedenen Berufsgruppen zu und berechnen daher auch unterschiedliche Beiträge.

Geben Sie im Versicherungsantrag oder in einer Voranfrage immer die Berufsbezeichnung an, die in Ihrem Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag steht. Wenn Sie noch ergänzen, in welcher Einrichtung Sie tätig sind, prüfen wir gern, ob dadurch eine günstigere Berufsgruppe (und damit ein niedrigerer Beitrag) bei dem gewünschten Versicherer möglich ist.

Weshalb sind gute Versicherungsbedingungen wichtig?

Natürlich ist ein niedriger Beitrag gut. Aber noch wichtiger sind gute Versicherungsbedingungen. Diese gelten für die gesamte Versicherungsdauer und entscheiden, ob der Versicherer später im Ernstfall zahlen muss. Ein niedrigerer Beitrag ist wenig hilfreich, wenn der Versicherer später die Leistungen wegen unzureichender Bedingungen verweigern kann.

Viele Erzieher arbeiten früher oder später in Teilzeit. Wenn auch Sie sich später eine Teilzeitbeschäftigung vorstellen können, sollten Sie auf eine gute Teilzeitklausel achten – auch wenn diese derzeit von nur wenigen Versicherern angeboten wird.

Ihr Kind will nach dem Abitur eine Ausbildung zum Erzieher beginnen?

Wenn Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung noch als Schüler abschließen, können Sie Ihrem Kind dauerhaft niedrige Beiträge sichern. Denn Gymnasialschüler lassen sich bei einigen Gesellschaften deutlich preiswerter versichern als Erzieher.

Auch das beweisen wir anhand konkreter Zahlen. Die Berechnungen der monatlichen Beiträge beziehen sich auf eine versicherte monatliche BU-Rente in Höhe von 1.000 € bis zum 65. Lebensjahr (Stand: 01.02.2020):

Schüler
(Gymnasium)
Eintrittsalter: 18 Jahre
Beitragzahlung: 47 Jahre
HDI

33,40 €

(Tarifbeitrag: 44,53 €)

Schüler
(Gymnasium)
Eintrittsalter: 18 Jahre
Beitragzahlung: 47 Jahre
LV 1871

33,92 €

(Tarifbeitrag: 62,82 €)

Erzieher
(Azubi)
Eintrittsalter: 19 Jahre
Beitragzahlung: 46 Jahre
Swiss Life

42,55 €

(Tarifbeitrag: 66,49 €)

Durch den Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung noch als Gymnasialschüler ersparen Sie sich bzw. Ihrem Kind über die Jahre einige tausend Euro. Doch noch wichtiger ist, mit zunehmendem Alter steigt die Gefahr von Vorerkrankungen, die zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen. Wollen Sie dieses Risiko wirklich eingehen?

Und wenn Sie auf eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Risikoprüfung (also keine erneute Prüfung von Gesundheits-, Berufs- und Freizeitrisiken) achten, bleibt die günstigere Berufsgruppe sogar für nachträgliche Erhöhungen erhalten.

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