Berufsunfähigkeitsversicherung der Alte Leipziger

erstellt am 28.05.2020

Logo der Alte Leipziger

Die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG) und wurde bereits 1830 in Leipzig gegründet. Sie ist heute die größte Gesellschaft im „ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern“ und gehört nach eigenen Angaben zu den 10 größten Lebensversicherern in Deutschland.

Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit hat sie keine Aktionäre mit Interesse an kurzfristigen Gewinnen und Dividendenausschüttungen. Erwirtschaftete Überschüsse verbleiben im Unternehmen oder kommen den Versicherungsnehmern als Vereinsmitgliedern zugute.

Eine Haftung oder Nachschusspflicht der Mitglieder für irgendwelche Verbindlichkeiten des Versicherungsvereins ist satzungsgemäß ausgeschlossen.

Die Finanzstärke der Alten Leipziger

Die internationale Ratingagentur „Fitch Ratings“ hat zuletzt im April 2020 das Finanzstärke-Rating „A+“ (stark) bestätigt. Der Ausblick wurde, wie bereits 2019 mit „stabil“ bewertet.

Beim M&M LV-Unternehmensrating erhielt die Alte Leipziger aktuell (Stand 01.05.2020) das Prädikat „Ausgezeichnet“ – ebenso beim M&M Belastungstest. (Der Belastungstest versucht die Krisenfestigkeit in der Zukunft zu beurteilen.)

Auch beim LV-Unternehmensrating der „softfair GmbH“ erhielt die Alte Leipziger als eine von 10 Gesellschaften die Bestnote. Bewertet wurden insgesamt 69 Lebensversicherer.

Allerdings sagen diese Ratings nichts über die Finanzstärke einer Gesellschaft in 20 oder 30 Jahren aus. Umso wichtiger ist: Auch die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. hat ihren Sitz in Deutschland und unterliegt somit der laufenden Finanzaufsicht der BaFin. Damit gelten umfangreiche Sicherungsmaßnahmen zur Vermeidung einer Insolvenz.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung – Tarif BV10

Der Tarif kann bereits für Schüler ab 10 Jahren abgeschlossen werden. Das Höchsteintrittsalter liegt bei 60 Jahren – bzw. 55 Jahren, falls eine Beitragsdynamik eingeschlossen werden soll. Die Versicherungsbedingungen sind überdurchschnittlich verbraucherfreundlich. Auch bei Tests der „Stiftung Warentest“ lautet die Bewertung regelmäßig „sehr gut“. Der erstklassige Berufsunfähigkeitsschutz zur Absicherung der Arbeitskraft zeigt sich beispielsweise in folgenden Punkten:

  • Verzicht auf abstrakte Verweisung in allen Berufsgruppen – auch nach dauerhaftem Ausscheiden aus dem Berufsleben,
  • verbraucherfreundliche Regelungen für den Fall einer konkreten Verweisung,
  • Verzicht auf die bei Selbstständigen übliche Prüfung der Umorganisation, wenn
    • der Selbständige Akademiker ist und in seiner täglichen Arbeitszeit mindestens zu 90 % kaufmännische oder organisatorische Tätigkeiten ausübt oder
    • der Selbständige in seinem Betrieb in den letzten zwei Jahren durchgehend weniger als fünf Mitarbeiter beschäftigte.
  • keine vorvertragliche Anzeigepflicht zwischen Antragsstellung und Versicherungsbeginn,
  • bei Zahlungsschwierigkeiten mögliche Stundung oder Teilstundung der Beiträge für maximal 24 Monate – immer zinslos,
  • Recht auf Überprüfung der Berufsgruppe nach einem Berufswechsel,
  • Uneingeschränkter Versicherungsschutz bei Berufsunfähigkeit infolge eigener Verkehrsverstöße (Bei vielen Berufsunfähigkeitsversicherungen ist eine Berufsunfähigkeit infolge vorsätzlicher Verkehrsdelikte vom Schutz ausgeschlossen bzw. auf vorsätzliche Ordnungswidrigkeiten begrenzt.),
  • Nachversicherungsgarantie zu bestimmten Anlässen ohne erneute Prüfung von Gesundheits-, Berufs- und Freizeitrisiken (Ausnahme: die Berufsunfähigkeitsversicherung wurde als Schüler oder Student abgeschlossen),
  • 15 Monate Sofort-Rente bei Krebs, maximal bis zum Vertragsende,
  • optional einmalige Kapitalleistung bis 100% der vereinbarten Jahresrente bei Eintritt einer Berufsunfähigkeit
  • ebenfalls optional Leistung nach 6 Monaten ununterbrochener Arbeitsunfähigkeit bzw. nach 4 Monaten, wenn die Arbeitsunfähigkeit voraussichtlich noch 2 weitere Monate andauert (siehe Arbeitsunfähigkeitsklausel).

Wie bei jeder anderen Versicherungsgesellschaft mit Sitz in Deutschland kalkuliert auch die Alte Leipziger die Tarifbeiträge sehr vorsichtig. Dadurch ergeben sich in der Praxis Überschüsse. Bei Antragstellung kann der Antragsteller wählen, ob die Überschüsse verrechnet werden sollen. In diesem Fall erfolgt eine sofortige Verrechnung der Überschüsse und statt des Tarifbeitrags (Bruttobeitrag) ist nur der Zahlbeitrag (Nettobeitrag) zu zahlen.

Alternativ kann sich der Antragsteller auch für die Investmentvariante entscheiden. Dann werden die Überschüsse in einen Investmentfonds seiner Wahl angelegt und unabhängig vom Eintritt eines Versicherungsfalles bei Ablauf der Versicherung ausgezahlt.

In beiden Fällen gilt:

Sollten die Leistungsfälle beispielsweise infolge von Epidemien, Pandemien zunehmen oder die Kosten durch höhere Verwaltungskosten steigen, kann die Gesellschaft die Überschussbeteiligung reduzieren. Bei der Beitragsverrechnung kann der Zahlbeitrag im Extremfall – also wenn gar keine Überschüsse mehr erzielt werden – bis zur Höhe des Tarifbeitrags steigen. Bei der Investmentvariante können im Extremfall keine Einzahlungen in den Fonds erfolgen.

Wir favorisieren die Überschussverwendung in Form der Beitragsverrechnung und empfehlen unseren Mandanten nicht nur auf den Zahlbeitrag – sondern auch auf den Tarifbeitrag zu achten. Die Berufsunfähigkeitsversicherung der Alten Leipziger schneidet dabei sehr gut ab.

Die Leistungsregulierung

Wie gut ein Versicherer wirklich ist, zeigt sich letztlich im Verhalten während der Leistungsprüfung. Allerdings kann auch nicht jeder Leistungsantrag bewilligt werden. Häufig fühlen sich Versicherte kranker als sie wirklich sind. Dies zeigt sich auch bei Anträgen auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Laut test.de werden nur gut die Hälfte der Anträge auf eine gesetzliche Erwerbs­minderungs­rente genehmigt.

Dagegen liegt die BU-Leistungsquote der „Alte Leipziger“ laut dem Analysehaus Morgen&Morgen bei 76,84 % und wird mit „ausgezeichnet“ bewertet. Bei der Ermittlung dieser Leistungsquote werden die anerkannten Leistungsfälle ins Verhältnis zu den beantragten Leistungsfällen gesetzt. Allerdings handelt es sich bei so ermittelten Quoten um Vergangenheitswerte, die keinerlei Rückschlüsse für die Zukunft zulassen.

Doch auch die ASSEKURATA Solutions GmbH bestätigt der Alten Leipziger eine derzeit faire Leistungsregulierung. Im Fokus dieser Prüfung steht nach eigenen Angaben des Analyse- und Beratungshauses die Fairness im Leistungsregulierungsprozess – also eine transparente, kundenorientierte und kompetente Sachbearbeitung durch den Versicherer.

Das könnte die Alte Leipziger noch verbessern:

Wie bei den meisten BU-Versicherern enthalten auch die Versicherungsbedingungen der Alten Leipziger keine Teilzeitklausel. In einem Druckstück für Geschäftspartner heißt es jedoch hierzu:

Wir prüfen im konkreten Einzelfall die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit – nämlich die Teilzeitbeschäftigung und die Pflegetätigkeit bzw. Kinderbetreuung im Rahmen einer Hausfrauen-/Hausmännertätigkeit. Nur so können unserer Meinung nach die tatsächlich konkreten körperlichen und geistigen Anforderungen der beruflichen Tätigkeiten berücksichtigt werden.

Damit stellen sich sofort folgende Fragen:

  1. Werden Pflegetätigkeit und Kinderbetreuung nur herangezogen, wenn diese Tätigkeiten im eigenen Haushalt stattfinden? Oder zählen beispielsweise auch Pflegetätigkeiten im elterlichen Haushalt bzw. die Enkelbetreuung im Haushalt der Kinder?
  2. Wie erfolgt die Ermittlung des BU-Grades wenn die teilzeitbeschäftigte Person im Rahmen ihrer Hausarbeit keine Pflegetätigkeiten und auch keine Kinderbetreuung (mehr) ausübt?
  3. Was Passiert, wenn sich das oben genannte Prüfverfahren negativ für den Versicherten auswirkt? Denken wir beispielsweise an eine teilzeitbeschäftigte Friseuse mit allergischen Beschwerden. Die Haushaltstätigkeiten könnten zum überwiegenden Teil trotzdem ausgeübt werden – das Einbeziehen dieser Tätigkeiten in die Ermittlung des BU-Grades würde das Ergebnis verwässern.

Zusammenfassung:

Die Alte Leipziger bietet mit dem Tarif „BV10“ eine empfehlenswerte Berufsunfähigkeitsversicherung mit überdurchschnittlich guten Bedingungen an. Sie ist aber kein Billiganbieter. Sollten Sie mit unserem Vergleich sehr günstige Beiträge berechnen, so liegt das an einer günstigen Risikoeinstufung Ihrer ausgeübten Berufstätigkeit. Das sollten Sie nutzen.

Schüler und Studenten, die nach Abschluss der Schule oder des Studiums einen risikoreichen Beruf erlernen oder ausüben wollen, sollten sich von Beginn an ausreichend versichern. Innerhalb der ersten 5 Jahre ist zwar im Rahmen der Ausbaugarantie eine Erhöhung der versicherten BU-Rente um maximal 500 € ohne erneute Risikoprüfung möglich. Im Rahmen der anlassbezogenen Nachversicherungsgarantie richtet sich der Beitrag für die Erhöhung aber nach dem ausgeübten Beruf zum Zeitpunkt der Erhöhung.

Wer Wert auf eine Teilzeitklausel legt, sollte sich genau informieren. Es gibt derzeit nur sehr wenige Tarife mit Teilzeitklausel und alle haben ihre Schwächen.

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