Berufsunfähigkeitsversicherung: Schüler mit handwerklichem Berufsziel sollten frühzeitig handeln!

Schüler beim Lernen Im ersten Moment erscheint eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler sicherlich unsinnig. Schüler haben weder einen Beruf, noch ein abzusicherndes Einkommen. Und selbst die Regel „je früher man seine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, desto niedriger sind die Beiträge“ gilt nur eingeschränkt. Denn ein Azubi oder Student in einem risikoarmen Beruf bzw. Studiengang wird von den meisten Gesellschaften in eine deutlich günstigere Berufsgruppe eingestuft als ein Schüler. Dadurch ist der BU-Schutz beispielsweise selbst für einen 18-jährigen Bürokaufmann-Azubi deutlich preiswerter als für einen 16-jährigen Schüler – vorausgesetzt der Azubi bleibt bis zum Vertragsabschluss gesund.

Ganz anders sieht das aus, wenn ein Schüler nach Beendigung der Schule einen handwerklichen oder körperlich anstrengenden Beruf erlernen will. Dann ist der Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung noch als Schüler die wahrscheinlich letzte Möglichkeit, den wichtigen BU-Schutz zu bezahlbaren Konditionen zu bekommen. Weitsichtige Eltern können unter Beachtung der nachfolgenden Punkte schon mit einer kleinen BU-Rente die günstigeren „Schüler-Konditionen“ für die gesamte Versicherungsdauer sowie für zukünftige Erhöhungen im Rahmen der Nachversicherungsgarantie sichern.

Schüler mit handwerklichem Berufsziel bekommen nach dem Schulabschluss ein Problem.

Medien und Verbraucherschützer weisen immer wieder darauf hin, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung für nahezu jeden Berufstätigen wichtig – aber für viele Handwerker und körperlich Tätige einfach nicht mehr bezahlbar ist.

Grund hierfür ist die Rosinenpickerei der Versicherer. Diese haben in den letzten Jahren immer mehr Berufsgruppen eingeführt und so die Beiträge für Akademiker und Büroangestellte reduziert – für die risikoreicheren Berufe aber drastisch erhöht. Besonders betroffen davon sind:

  • Bauarbeiter (z.B. Baumaschinenführer, Betonbauer, Fensterbauer, Fliesenleger, Isolierer, Straßenbauer)
  • Pflegepersonal (z.B. Krankenschwester, OP-Pfleger, Seniorenpfleger)
  • Handwerker (z.B. Bäcker, Brauer, Elektriker, Fleischer, Florist, Friseur, Glaser, Koch, Lackierer, Maler, Schlosser, Tischler)
  • aber auch Berufskraftfahrer, Gastwirt, Kellner, Land- und Tierwirt, Waldarbeiter ...

und auch die Auszubildenden in diesen Berufen.

Erschwerend kommt hinzu, dass diesen Berufstätigen der BU-Schutz häufig nur bis zum 55. oder 60. Lebensjahr angeboten wird. Damit wären dann aber die Jahre mit dem größten Risiko einer Berufsunfähigkeit vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Der frühzeitige Abschluss einer gut ausgewählten Berufsunfähigkeitsversicherung kann das Problem lösen.

Eltern, deren Kinder die Schule bald verlassen und einen risikoreicheren Beruf erlernen wollen, können Vorsorge treffen. Einige wenige Versicherer bieten auch eine echte und relativ preiswerte Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler an. In den Versicherungsbedingungen der „Alte Leipziger“ ist dies beispielsweise sehr vorbildlich dargestellt:

Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen außerstande ist, seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgestaltet war, auszuüben. Die Tätigkeiten von Schülern, Studenten und Auszubildenden sehen wir als Beruf im Sinne von Satz 1 an. Wir verzichten auf eine abstrakte Verweisung.

Wichtig ist aber auch, dass

  • der Versicherer bei der angebotenen Berufsunfähigkeitsversicherung Schüler günstiger einstuft, als den vom Schüler angestrebten Ausbildungsberuf,
  • ein Berufswechsel der versicherten Person (also z.B.: Schüler -> Bäcker-Azubi -> Bäcker) nicht gemeldet werden muss und damit der Beitrag auch nach dem Wechsel in eine risikoreichere Tätigkeit unverändert bleibt,
  • der Tarif darüber hinaus auch während und nach der Ausbildung sehr gute Versicherungsbedingungen bietet,
  • der Versicherer im Rahmen seiner Nachversicherungsgarantie zumindest zu bestimmten Anlässen (z.B. bei Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit nach der Berufsausbildung, bei Heirat oder bei Geburt eines Kindes) eine Erhöhung der versicherten BU-Rente erlaubt und
  • bei dieser Nachversicherung nicht nur auf eine erneute Gesundheitsprüfung, sondern grundsätzlich auf eine erneute Risikoprüfung (also auch auf die Prüfung eines risikoreicheren Berufs und eines risikobehafteten Hobbys) verzichtet wird.

Die maximal versicherbare Berufsunfähigkeitsrente für Schüler liegt je nach Anbieter zwischen 1.000 und 1.500 € monatlich. Doch wer die o.g. Punkte beachtet, kann auch mit einer kleineren BU-Rente von z.B. 500 € beginnen und diese später im Rahmen der Nachversicherungsgarantie erhöhen, ohne einen Risikozuschlag oder eine ungünstigere Berufsgruppeneinstufung befürchten zu müssen. Durch den Abschluss einer solchen kleinen – auf Dauer natürlich viel zu geringen – BU-Rente hat man sozusagen sowohl den guten Gesundheitszustand als auch die günstige Berufsgruppeneinstufung für spätere Erhöhungen „eingefroren“. Kann man seinem Kind etwas Besseres auf den Berufsweg mitgeben?

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung eines 16-jährigen Schülers bei einer monatlichen BU-Rente in Höhe von 1.000 € und einer Versicherungs- und Leistungsdauer bis zum 65. Lebensjahr im Vergleich zu den Beiträgen einer gleichartigen Absicherung eines gleichaltrigen Auszubildenden. (Tarifstand: 01.03.2017)

Vertragsabschluss
als 16-jähriger
Schüler bzw. Azubi
preiswertester Anbieter
aus unserem Vergleich
monatlicher
Tarifbeitrag
monatlicher
Zahlbeitrag
Bankkaufmann Dialog 30,94 € 24,75 €
Bürokaufmann Swiss Life 44,35 € 28,38 €
Schüler (Gymnasium) LV 1871 63,06 € 34,05 €
Schüler (Realschule) LV 1871 76,86 € 41,50 €
Brauer Continentale 77,11 € 46,27 €
KFZ-Mechaniker Continentale 77,11 € 46,27 €
Elektriker Swiss Life 72,39 € 46,33 €
Florist Continentale 95,71 € 57,43 €
Koch die Bayerische 84,11 € 60,14 €
Krankenpfleger Swiss Life 96,43 € 61,71 €
Friseur Basler 86,30 € 64,72 €
Landwirt Stuttgarter 101,27 € 66,84 €
Maler AXA 131,17 € 74,77 €
Fleischer AXA 136,32 € 77,70 €
Bäcker HDI 109,05 € 81,79 €
Baumaschinenführer HDI 109,05 € 81,79 €
Dachdecker Gothaer 136,70 € 89,70 €
Fliesenleger Alte Leipziger 117,24 € 91,44 €
Maurer Alte Leipziger 117,24 € 91,44 €

Die Tabelle verdeutlicht:

Ein Schüler, der nach Schulabschluss einen risikoarmen Beruf (z.B. Bankkaufmann) erlernen wird, kann seine BU-Versicherung nach Beginn der Ausbildung noch preiswerter abschließen – vorausgesetzt er bleibt bis dahin gesund und beginnt keine risikobehafteten Freizeitaktivitäten.

Wer jedoch einen risikoreicheren Beruf erlernen will und den frühzeitigen Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung als Schüler verpasst, müsste dann für den gleichen Versicherungsschutz deutlich mehr bezahlen.

Mit unserem Online-Vergleich können Sie auch selbst prüfen, ob der Abschluss der BU-Versicherung noch als Schüler auch für Ihr Kind die letzte Chance auf bezahlbaren BU-Schutz ist. Berechnen Sie die erste Variante als Schüler und danach eine zweite Variante als Auszubildender oder lassen Sie sich online beraten – ganz ohne Vertreterbesuch.

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